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Samstag, 23. Oktober 2010

Dienstag, 31. August 2010

Abschied

Photo: Saskia-Marjanna Schulz

My YSL toes and the last real summer day in 2010 (Saskia-Marjanna Schulz).

Dienstag, 13. Juli 2010

140 Zeilen nur für mich

Ursula Witry
witry & witry architektur urbanismus
 
 
 

140 Zeilen nur für mich


in dieser Zeit der Stille in mir,


ohne Aufruhr und Schrei:



Die Blumen erfreuen mich in ihrer Zartheit,


Zartheit ist in mir.


Die Blumen erstrahlen in farbigen Spielen


alle Farben sind in mir.


Die Blumen leuchten in saftigem Grün


Leuchten ist in mir.


Die Blumen stehen kraftvoll und gerade


Lebenskraft ist in mir.


Die Blumen halten in Wind und Sturm


gehalten bin ich in dieser Zeit


in Wind und Sturm, Trauer und Not


und atme tief und fest im Vertrauen.



DANKBAR
 
 
Ursula Witry
witry & witry architektur urbanismus
http://www.witry-witry.lu/

Freitag, 2. Juli 2010

Schokologie: Das Prinzip Lebensfreude

Dr. Ilona Bürgel

Genuss und Lebensfreude wünschen wir uns alle. Doch wie viel Platz haben sie wirklich in unserem Alltag? Hektik, Pflichten, Zeitdruck, die Lust und Last der Arbeit scheinen uns fest im Griff zu haben. Dabei kann Leben so leicht und schön wie Schokolade essen sein. Wieso? Erfahren Sie selbst

1. Schokolade macht vital und glücklich.

2. Sie entscheiden sich bewusst für Genuss und damit Entspannung und Gesundheit.

3. Sie denken an sich und treffen dadurch bessere Entscheidungen.

„Schokolade ist fassbar, greifbar und vor allem essbar gewordenes Glücksgefühl“
Wim Wenders

Nach einer amerikanischen Befragung erklären sich 39 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer für schokoladensüchtig, doch warum naschen wir? Die Gründe sind vielfältig. Oft ist ein auf und ab schaukelnder Blutzuckerspiegel dafür verantwortliche. Erste Anzeichen sind Müdigkeit oder schlechte Laune, gefolgt von einer inneren Unruhe, Unkonzentriertheit und dem Zwang, etwas zu essen zu suchen - ein unangenehmer Zustand, wenn wir gerade im Job Hochleistung bringen wollen. Dem können Sie entgehen, wenn Sie auf einen konstanten Blutzucker achten indem Sie regelmäßig essen und dann die richtigen Lebensmittel wie Eiweiße, Gemüse, Nüsse, Vollkornprodukte und – dunkle Schokolade.
Wir essen allerdings vordergründig, weil es schmeckt. Die Vorliebe für süßes ist angeboren. Gute Laune und Schwung kann man essen, z. B. in Form von Schokolade ab 70% Kakao. Sie bringt neben dem angenehmen Geschmack winzige Mengen eines mit dem Marihuana verwandten Wirkstoffes (Anandamid), außerdem die anregenden Substanzen Koffein und Theobromin und fördert die Produktion von Endorphinen, den körpereigene Glückshormonen. Nicht zu vergessen wären psychologische Funktionen des Naschens wie Trost, Stressabbau, Belohnung oder sich etwas gönnen. Auch Hormone spielen eine in jeder Hinsicht gewichtige Rolle. So kann insbesondere kalorienreiche Nahrung zur Ausschüttung von Dopamin im Gehirn führen, was uns glücklich macht. Wenn Sie Schokolade schon zum Frühstück essen, können Sie die Menge besser kontrollieren, da der für Entspannung sorgende Serotoninspiegel höher als am Nachmittag oder Abend ist.

 
„Es braucht zu allem ein Entschließen, selbst zum Genießen“.
Eduard von Bauernfeld
 
Genuss darf in den Mittelpunkt Ihres Lebenskonzeptes rücken. Wenn es Ihnen gut geht, profitieren alle davon. Wenn Sie Dinge tun, weil Sie wollen und nicht müssen, werden Sie sich viel besser fühlen und doppelt so effektiv sein. Machen Sie sich und anderen täglich Freude – die Schokolade schlägt eine schöne Brücke. Aktivieren Sie wieder einmal die Überlegung, dass das Beste gerade richtig für Sie ist und starten Sie damit bei der Auswahl der Schokoladensorten. Zum Genießen brauchen Sie ansonsten noch Erfahrungen, denn die Geschmacksnerven wollen trainiert werden. Denken Sie an alle Sinne beim Schokoladeneinkauf- und -verzehr wie im Leben. Ihre Augen können schon die großartigen Verpackungen wahrnehmen, die Nase den Duft beim Betreten einer Chocolaterie. Hören Sie, wie verführerisch das Papier raschelt, bevor der Gaumen Sie für Ihre Vorbereitungen belohnt. Variieren Sie zwischen Verzicht und Übertreibung, probieren Sie Neues - dabei werden am meisten Glückshormone ausgeschüttet. Schaffen Sie Ruhe, Offenheit, Raum und Zeit für Genuss, der auch gern ritualisiert werden darf. Perfekt zum Schokoladenvergnügen passen Wasser, grüner Tee und roter Wein, die auch gleich noch Ihre Gesundheit stärken.

„Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie selbst es sich vorgenommen haben“
Abraham Lincoln
 
Entscheiden Sie sich bewusst für alles, was Sie tun oder lassen, zum Beispiel für die Sorte und Menge, Tageszeit und Art wie Sie Schokolade essen. Erfreuen Sie sich stets an der Gewissheit, in jeder Situation eine Wahl zu haben - Schokolade zu essen oder trinken, zu teilen oder nicht, bekanntes oder unbekanntes zu erleben. Übernehmen Sie die Verantwortung für ein genussvolles Leben. Tun Sie, was Sie vielleicht schon lange tun wollen, „versuchen“ Sie es nicht nur. Oder haben sie schon jemals gesagt „Ich versuche jetzt mal geröstete Mandelschokolade an der Tankstelle zu kaufen“? Nein, Sie wissen genau, dass es sie dort nicht gibt und da Sie sie unbedingt in Ihrem Mund haben wollen, fahren Sie rechtzeitig und mit genügend Geld zum richtigen Geschäft.
 
Schokoladige Genusszeiten stehen bevor, freuen wir uns darauf und dass dies alles dem Lustprinzip unseres Gehirn dient, weshalb Sie ohne Mühe alles erreichen werden, was Sie sich vorgenommen haben.


Diplom Psychologin Dr. Ilona Bürgel, erforscht, testet und vermittelt die besten Rezepte im Umgang mit sich selbst. Ihr liegen Genuss, Lebensfreude und gute Nachrichten besonders am Herzen und dass Menschen öfter und besser an sich selbst denken


Dr. Ilona Bürgel
Hauptstraße 9
01097 Dresden
http://www.ilonabuergel.de/

Montag, 14. Juni 2010

Donnerstag, 20. Mai 2010

Ein Hauch von Jessica Watson

Helene Voigt


Die Kölner Kauffrau Helene Voigt wird zusammen mit ihrem Mann, Ralf Voigt, im Juli 2010 von Köln aus eine Grenzerfahrung der besonderen Art erleben: eine Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze. Gestartet wird in Köln, dann geht es nach Aachen und im Uhrzeigersinn rund 5000 Kilometer entlang der deutschen Grenzen. Zehn Bundesländer und sieben Dreiländerecke werden die „Botschafter Kölns“ in etwas mehr als drei Wochen erleben. Und Geld sammeln für die Deutsche Krebshilfe.

Im Gespräch mit PrettyWomanCoach spricht die Sozia über Erfolge, benachteiligte Kids und Schutzengel.

PrettyWomanCoach: Die Welt jubelte als die 16-jährige Jessica Watson kürzlich nach sieben Monaten Weltumseglung in Australien wieder an Land gegangen ist. Ihnen steht bereits nach wenigen Tagen ‚Grenzerfahrung 2010’ ein „kleiner Jubel“ bevor: In Niedersachsen werden Sie – und wird Ihr Partner, Ralf Voigt, - von 300 Motorradfahrern empfangen. Wie geht es Ihnen, wenn Sie an diese Begeisterung für Ihre Mission denken?

Helene Voigt: Es ist wunderbar, dass so viele Menschen unsere Tour mit Begeisterung erleben wollen und daran teilhaben möchten – sei es als Mitfahrer für eine kurze Strecke, als Gastgeber für eine Übernachtung oder eben auch als Premiumsponsor wie das Hilton-Hotel in Bonn. Jeder Beitrag trägt dazu bei, unser Projektziel, nämlich viel Geld für soziale Einrichtungen zu sammeln, erreichen zu können.

PrettyWomanCoach: Noch vor rund einem halben Jahr führten Sie ein eher beschauliches Leben mit den ganz alltäglichen Geflogenheiten – hier und da gewürzt mit ein paar Abenteuerreisen. Inzwischen haben die Medien reichlich über Sie berichtet. Bekannte Stars, wie der Ex-Fussball-Weltmeister Wolfgang Overath, senden Ihnen ebenso eine Grussbotschaft wie der Ministerpräsident Ihres Heimatlandes Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Rüttgers. Was hat sich für Sie vor allem geändert, seit Sie und Ihr Partner mit der Grenzerfahrung 2010 so bekannt geworden sind?

Helene Voigt: Offengestanden: Nix hat sich dadurch für mich persönlich verändert. Und das ist auch nicht schlecht so. Wir suchen die Publicity nicht, um selbst im Rampenlicht zu stehen, sondern nur, um Unterstützung für unsere Projekte zu bekommen. Es ist ungewohnt, Autogramme zu schreiben – und, ehrlich gesagt: Es wird gewiß auch wieder schön sein, wenn alles vorbei ist.

PrettyWomanCoach: Sie haben jetzt viele Presse- und Politik-Termine, besuchen Kinderheime, arbeiten an den Plänen für das Geldsammeln ‚Deutsche Krebshilfe’ – da wird die private Zeit sehr knapp. Wie sieht Ihr Zeitmanagement aus - wie schaffen Sie das alles?

Helene Voigt: Zeit ist Geld, so sagt man. Im Moment haben wir eben noch nicht so viel Geld für die Krebshilfe; im Moment ist unser Beitrag die Zeit, die wir beide aber gerne opfern. Meinem Job muss ich natürlich noch nachgehen und darüber hinaus legen wir alle Termine so, dass sie nach Möglichkeit in unsere Freizeit fallen – die damit natürlich dann auf der Strecke bleiben muss.

PrettyWomanCoach: Auf was müssen Sie jetzt verzichten? Schlaf? Hobbies? Sozialkontakte?

Helene Voigt: Jetzt stehen erst mal meine übrigen Hobbys, aber auch die Sozialkontakte hinten an. Auf Schlaf muß ich jetzt noch nicht verzichten.

PrettyWomanCoach: Man kennt die „Angst des Torwarts vorm Elfmeter“ – vor was fürchten Sie sich, wenn Sie an Ihre Mammuttour denken: 5000 Kilometer in rund drei Wochen?

Helene Voigt: Wenn ich mich persönlich vor den 5000 KM fürchten würde, würde ich nicht mitfahren. Ich habe keine Angst, es nicht zu schaffen. Das Unwägbare ist die Technik – hält das Motorrad ohne Panne? Das können wir, trotz bestmöglicher Vorbereitung eben nicht kalkulieren.

PrettyWomanCoach: Und bei welchen Gedanken - die Tour betreffend - steigt grosse Vorfreude in Ihnen hoch?

Helene Voigt: Mit meinem Partner diese Reise gemeinsam zu erleben. Und last but not least natürlich die Zieleinfahrt am 24. Juli im „Haus Waldfrieden“ in Schuld an der Ahr…

PrettyWomanCoach: Dass Freude ansteckend sein kann, haben Sie kürzlich erfahren, als Sie das Kinderheim Anna Stiftung e.V., Köln besucht haben. Gemeinsam mit Ihrem Partner, Ralf Voigt, haben Sie den Kids und Jugendlichen den Zauber Deutschlands näher gebracht – und gezeigt, dass es möglich ist, seine Ziele zu erreichen, wenn man hart arbeitet und am Ball bleibt. Welches waren Ihre eindruckvollsten Momente mit dem Kölner Nachwuchs?

Helene Voigt: Es waren die leuchtenden Kinderaugen, aber auch die Fragen die die Kleinen hatten. Ein kleiner Junge hatte zuerst sehr großen Respekt vor unseren Helmen und dem Motorrad. Als er sah wie begeistert die anderen Kinder waren, stellte er sich an und wollte den Helm mal probieren, dann traute er sich aufs Motorrad. Dreimal stellte er sich an und meinte dann Ralf könnte doch mal schneller fahren. Das war ein sehr eindrucksvoller Moment.

PrettyWomanCoach: Was erwarten Sie von Ihrem Schutzengel – ausser, dass er gut auf Sie Acht gibt?

Helene Voigt: Mein Schutzengel hat bei mir immer allerhand zu tun, er weiß, glaube ich, sehr gut, was zu tun ist.

PrettyWomanCoach: Kreativ wie Sie sind – welches sind Ihre Pläne für das nächste Jahr?

Helene Voigt: Jetzt ist erst einmal unsere Motorradreise vorrangig. Über das nächste Jahr mache ich mir zur Zeit noch keine Gedanken.

Herzlichen Dank.

Das Interview mit Helene Voigt führte Lilli Cremer-Altgeld für PrettyWomanCoach.

Kontakt:
twitter.com/grenzerfahrung
http://www.grenzerfahrung-2010.de/



Samstag, 8. Mai 2010

Blumen für alle Frauen!

Photo: Saskia-Marjanna Schulz

Lore Lay

Zu Bacharach am Rheine
Wohnt’ eine Zauberin,
Sie war so schön und feine
Und riß viel Herzen hin.

Und brachte viel zu Schanden
Der Männer ringsumher,
Aus ihren Liebesbanden
War keine Rettung mehr.

Der Bischof ließ sie laden
Vor geistliche Gewalt –
Und mußte sie begnaden,
So schön war ihr’ Gestalt.

Er sprach zu ihr gerühret:
„Du arme Lore Lay!
Wer hat dich denn verführet
Zu böser Zauberei“

„Herr Bischof, laßt mich sterben!
Ich bin des Lebens müd,
Weil jeder muß verderben,
Der meine Augen sieht.

Die Augen sind zwei Flammen,
Mein Arm ein Zauberstab –
O schickt mich in die Flammen!
O brechet mir den Stab!“

„Ich kann dich nicht verdammen,
Bis du mir erst bekennt,
Warum in deinen Flammen
Mein eignes Herz schon brennt.

Den Stab kann ich nicht brechen
Du schöne Lore Lay!
Ich müßte dann zerbrechen
Mein eigen Herz entzwei.“

„Herr Bischof, mit mir Armen
Treibt nicht so bösen Spott,
Und bittet um Erbarmen,
Für mich den lieben Gott!

Ich darf nicht länger leben,
Ich lieb kein Leben mehr –
Den Tod sollt Ihr mir geben,
Drum kam ich zu Euch her! –

Mein Schatz hat mich betrogen,
Hat sich von mir gewandt,
Ist fort von hier gezogen,
Fort in ein fremdes Land.

Die Augen sanft und wilde,
Die Wangen rot und weiß,
Die Worte still und milde,
Die sind mein Zauberkreis.

Ich selbst muß drin verderben,
Das Herz tut mir so weh –
Vor Jammern möcht’ ich sterben,
Wenn ich zum Spiegel seh’.

Drum laßt mein Recht mich finden,
Mich sterben wie ein Christ,
Denn alles muß verschwinden,
Weil er mir treulos ist."

Drei Ritter läßt er holen:
„Bringt sie ins Kloster hin!
Geh, Lore! – Gott befohlen
Sei dein berückter Sinn!

Du sollst ein Nönnchen werden,
Ein Nönnchen schwarz und weiß,
Bereite dich auf Erden
Zum Tod mit Gottes Preis´“

Zum Kloster sie nun ritten,
Die Ritter alle drei,
Und traurig in der Mitten
Die schöne Lore Lay.

„O Ritter, laßt mich gehen
Auf diesen Felsen groß,
Ich will noch einmal sehen
Nach meines Lieben Schloß.

Ich will noch einmal sehen
Wohl in den tiefen Rhein,
Und dann ins Kloster gehen
Und Gottes Jungfrau sein.“

Der Felsen ist so jähe,
So steil ist seine Wand,
Sie klimmen in die Höhe,
Da tritt sie an den Rand.

Die Jungfrau sprach: „Da gehet
Ein Schifflein auf dem Rhein –
Der in dem Schifflein stehet,
Der soll mein Liebster sein!

Mein Herz wird mir so munter,
Er muß mein Liebster sein!“ –
Da lehnt sie sich hinunter
Und stürzet in den Rhein.

Es fuhr mit Kreuz und Fahne
Das Schifflein an das Land,
Der Bischof saß im Kahne,
Sie hat ihn wohl erkannt.

Daß er das Schwert gelassen,
Dem Zauber zu entgehn,
Daß er zum Kreuz tät fassen,
Das konnt sie nicht verstehn.

Wer hat dies Lied gesungen?
Ein Priester auf dem Rhein,
Und immer hat's geklungen
Vom hohen Felsenstein

Lore Lay!
Lore Lay!
Lore Lay!

Als wären es meiner drei!

Clemens Brentano

Würde der Frauen

Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand.
Ewig aus der Wahrheit Schranken
Schweift des Mannes wilde Kraft;
Unstet treiben die Gedanken
Auf dem Meer der Leidenschaft;
Gierig greift er in die Ferne,
Nimmer wird sein Herz gestillt;
Rastlos durch entlegne Sterne
Jagt er seines Traumes Bild.

Aber mit zauberisch fesselndem Blicke
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidener Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der frommen Natur.

Feindlich ist des Mannes Streben,
Mit zermalmender Gewalt
Geht der wilde durch das Leben,
Ohne Rast und Aufenthalt.
Was er schuf, zerstört er wieder,
Nimmer ruht der Wünsche Streit,
Nimmer, wie das Haupt der Hyder
Ewig fällt und sich erneut.

Aber zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mitliebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher, als er, in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.

Streng und stolz, sich selbst genügend.
Kennt des Mannes kalte Brust,
Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
Nicht der Liebe Götterlust,
Kennet nicht den Tausch der Seelen,
Nicht in Thränen schmilzt er hin;
Selbst des Lebens Kämpfe stählen
Härter seinen harten Sinn.

Aber wie leise vom Zephyr erschüttert,
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Frau.
Zärtlich geängstigt vom Bilde der Qualen
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Thau.

In der Männer Herrschgebiete
Gilt der Stärke trotzig Recht;

In der Welt verfälschtem Spiegel
Sieht er seinen Schatten nur.
Offen liegen ihm die Schätze
Der Vernunft, der Phantasie;
Nur das Bild auf seinem Netze,
Nur das Nahe kennt er nie.

Aber die Bilder, die ungewiß wanken
Dort auf der Flut der bewegten Gedanken
In des Mannes verdüstertem Blick,
Klar und getreu in dem sanfteren Weibe
Zeigt sich der Seele kristallene Scheibe,
Wirft sie der ruhige Spiegel zurück.

Mit dem Schwert beweist der Scythe,
Und der Perser wird zum Knecht.
Es befehden sich im Grimme
Die Begierden wild und roh,
Und der Eris rauhe Stimme
Waltet, wo die Charis floh.

Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Scepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht.3

Aber für Ewigkeiten entschieden
Ist in dem Weibe der Leidenschaft Frieden;
Der Nothwendigkeit heilige Macht
Hütet der Züchtigkeit köstliche Blüthe,
Hütet im Busen des Weibes die Güte,
Die der Wille nur treulos bewacht.

Aus der Unschuld Schooß gerissen,
Klimmt zum Ideal der Mann
Durch ein ewig streitend Wissen,


Wo sein Herz nicht ruhen kann,
Schwankt mit ungewißem Schritte,

Zwischen Glück und Recht getheilt,
Und verliert die schöne Mitte,
Wo die Menschheit fröhlich weilt.

Aber in kindlich unschuldiger Hülle
Birgt sich der hohe, geläuterte Wille
In des Weibes verklärter Gestalt.
Aus der bezauberten Einfalt der Züge
Leuchtet der Menschheit Vollendung und Wiege,
Herrschet des Kindes, des Engels Gewalt.

Frierich Schiller

Lieder der Mädchen

Jetzt sind sie alle schon selber Frauen.
Haben Kinder und Träume verloren,
und Kinder geboren
und Kinder geboren,

und sie wissen: in diesen Toren
werden wir alle in Gram ergrauen.

Alles ihre hat Raum im Haus.
Nur das Avemarialäuten
hat ihren Herzen noch ein Bedeuten,
und kommen sie müd heraus.


Wenn die Wege zu wachsen beginnen,
kühl aus der blassen Campagna zieht's:
sie sich wie eines alten Lieds...


Rainer Maria Rilke

Dienstag, 16. März 2010

Die roten Schuhe

Saskia-Marjanna Schulz


Fast jede Frau hat einen geheimen Wunsch. Mag er gross oder klein – materiell oder immateriell sein – kühn oder eher bescheiden. SIE träumt davon in stillen Stunden, bei bestimmten Anlässen oder auch wenn die Umwelt ihr gerade dieses Thema präsentiert.

Der geheime Wunsch könnte öfter wahr werden, wenn frau wüsste, wie sie das anstellen muss. Und das ist leichter als gedacht. Denn die Hürden bestehen vor allem im Kopf.
Wenn ein Mensch ein bestimmtes Ziel erreicht, dann liegt es weniger daran, wie intelligent er ist. Wichtiger ist: Ich weiss, was ich will. Und: Ich erlaube (!) mir, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen.
Damit sind wir schon im Kern des Themas. Frauen neigen oft dazu, sich ihre Wünsche nicht zu gönnen. Die Geschichte des Wunsches beginnt dann oft so: Oh, das würde ich gerne sein oder haben. Und nun folgen die 1000 Gründe, warum das nicht möglich ist. Sie lassen sich zumeist reduzieren auf die Einstellung: Ich bin es nicht wert, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Und damit hängt der Wunsch sozusagen in der Warteschleife wie ein Flieger über dem überfüllten Flughafen von Frankfurt.

Und dort bleibt er nicht selten für alle Ewigkeit.

Es sei denn, frau würde die Kühnheit erlangen, sich selbst wert zu schätzen. Dann könnte sie ihren Wunsch auf die Landebahn holen. Dies ist einfacher als gedacht. Ich habe Frauen erlebt, die wirklich kühne Wünsche realisiert haben: Die einen wollten in fernes Land auswandern, in dem immer die Sonne scheint. Andere wollten nur für ein paar Wochen im afrikanischen Busch arbeiten. Eine wollte nach der Pensionierung noch einen neuen Beruf erlernen – eine andere im Alter jenseits von fünfzig noch als Moderatorin zum Fernsehen gehen.

Der wohl ausgefallenste Wunsch war: einem Jumbo-Jet die Nase küssen zu wollen.

Diese Wünsche sind alle wahr geworden. Selbst der Liebesbeweis für die Boeing 747. Ganz einfach, weil die Frauen wussten, was sie wollten – und am Ball geblieben sind.

Wenn eine Frau weiss, was sie will - und sich selbst wert schätzt - ist der wichtigste Schritt getan. Sie akzeptiert, dass ihr Wunsch wahr wird. Und nun wird sie die Augen offen haben für Chancen und Möglichkeiten. Das ist so ähnlich wie bei einer Urlaubsplanung: Wenn frau weiss, wohin sie will, läuft alles andere fast automatisch ab.

Wie sieht das in der Realität aus? Nehmen wir das Beispiel „auswandern in ein Land, in dem immer die Sonne scheint“. Eine klare Zieldefinition würde dann z.B. heissen: „Im Jahre 2012 (oder entsprechendes Datum) lebe und arbeite ich in Rio de Janeiro!“ Dieses Ziel darf nun verfeinert werden: Wo genau arbeite ich? In welchem Beruf arbeite ich? Will ich in meinem Heimatland alle Brücken abbrechen – oder nur für ein paar Jahre im Ausland arbeiten?
 
Dann folgt der Realitätscheck: Wie sind meine Sprachkenntnisse? Wie gut kenne ich das Land? Fahre ich alleine – oder mit anderen? Mit wem? Usw. Usw. Usw.

Mit dem nun klareren Blick wird das Ziel in kleinere Ziele aufgebrochen. Zum Beispiel: Wenn ich 2012 mit einem festen Job in der Tasche, der Beherrschung der Sprache und der finanziellen Sicherheit in Rio landen werde – was muss ich dann in einem Jahr an kleineren Zielen erreicht haben? Wie ist mein Drei-Monats-Ziel? Wie mein Monatsziel?

Nun kann die reale Planung in die Tat umgesetzt werden. Natürlich darf frau flexibel bleiben und offen sein, für neue Möglichkeiten, die sich etwas anders als geplant zeigen können.

Nicht selten sind es die Barrieren im Kopf, die frau davon abhalten, entsprechend aktiv zu werden. Die Live-Tipps auf der Seite „Pretty Woman Coach“ helfen, die Stolpersteine aus dem Weg zu räumen und den geheimen Wunsch aus der Warteschlange zu befreien.

Erinnern wir uns an Womanizer Casanova. Er hat einmal gesagt: „Wer sich entschieden hat etwas zu tun, und dann an nichts mehr anderes denkt, der überwindet alle Hindernisse.“

Manchmal ist es ein erster Schritt, endlich die roten Schuhe zu kaufen, von denen frau träumt, seit sie acht Jahre alt war.

Lilli Cremer-Altgeld

Am Ende der Sackgasse?

 Saskia-Marjanna Schulz

Manchmal erscheint das Leben wie am Ende einer Sackgasse. Nichts geht mehr. Möglicherweise war ein besonderes Ereignis der Auslöser. Nach dem ersten Schock hat man/frau versucht, wieder alles in Ordnung zu bringen. Zumindest aber zu retten, was noch zu retten ist. Manchmal war selbst das eine Überforderung.
Und man fragt sich: Warum gerade ich?
Die Wissenschaftlerin Erika Schuchardt hat innerhalb ihrer Forschungsarbeiten über 1.000 Krisen des letzten Jahrhunderts analysiert. Dabei hat sie erkannt, wie grosse Sorgen systematisch verarbeitet werden können. Dieses System hat sie in einem Modell dargestellt: Leben lernen in Krisen - als Krisenverarbeitungsmodell.
Nach Schuchardt beginnt eine Krise zumeist mit einem Schock. Der wird hervorgerufen durch einen Auslöser, der das bis dahin in geordneten Bahnen verlaufende Leben völlig verändert. Job-Verlust, Verlust des eigenen Kindes oder des Partners sind solche Auslöser. Zuerst kann man kaum handeln. Denn das, was passiert ist, will man zumeist gar nicht wahrhaben.
Erst langsam kommt der Wunsch danach, sich dem Problem zu stellen. Mit dem Literaturpreis ausgezeichnet und von Experten und Betroffenen weltweit empfohlen, gibt Erika Schuchardt mit ihrem Buch "Warum gerade ich" Menschen in einer Krise einen wertvollen Leitfaden an die Hand.
Dieses Werk und andere Hilfen – vor allem für Frauen – bietet die neue Seite "Pretty Woman Coach".
Hier geht es um Selbstcoaching und darum, die eigenen Stärken für sich zu entdecken und nützlicher zu entwickeln. Damit vor dem Hintergrund von neuer Klarheit das Leben besser gemeistert werden kann.
Informationen, Experten-Tipps und Links können Wegbegleiter sein für ein neues Selbstbewusstsein und eine neu belebte Selbstsicherheit im Leben.
 Lilli Cremer-Altgeld

Montag, 8. März 2010

Zum Weltfrauentag: Managerin Saskia-Marjanna Schulz

Managerin Saskia-Marjanna Schulz

Pretty Woman Coach: 100 Jahre Weltfrauentag. Halten junge Karriere-Frauen einen solchen Tag heute noch für zeitgemäss?
Saskia-Marjanna Schulz: Auf jeden Fall. Solange dieser Tag die Geschlechter zum Nachdenken und im besten Fall Initiative Ergreifen anregt, hat er seine Berechtigung. Wobei der "Tag des Mannes" ebensolche Beachtung verdient.



Pretty Woman Coach: Sie gehören zu den erfolgreichen Managerinnen, die weltweit unterwegs sind. Welche Frauen-Themen sollten aus Ihrer Sicht stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden?

Saskia-Marjanna Schulz: Für mich persönlich, die ich in einem männerdominierten Umfeld arbeite, ist nach wie vor  die andersartige Nutzung der Sprache durch Frauen sowie unser stärker an Harmonie orientiertes Verhalten ein grosses Thema. Wir lassen uns dadurch unbewusst eingrenzen.



Pretty Woman Coach: Wie sehen das Ihre männlichen Kollegen? Was sagen die Männer zu Frauen-Themen und Weltfrauentag?

Saskia-Marjanna Schulz: Die Männer, die ich kenne, äussern sich kaum bis gar nicht zu Frauen-Themen. Entweder sind sie emanzipiert und sehen darin kein diskussionswertes Thema, oder aber sie sind noch in einem überholten Rollenschema verhaftet und scheuen eine Diskussion, die für sie unbequem werden könnte.

Pretty Woman Coach: Über welche Frauen-Themen reden Sie bevorzugt mit Freundinnen und Kolleginnen?

Saskia-Marjanna Schulz: Typische Frauengespräche sind ehrlich gesagt nicht so mein Ding. Ich versuche stattdessen, mit gutem Beispiel, d.h. authentisch und selbstbewusst, voranzugehen. Konkret meine ich damit: Ich finde es wichtig, mich nicht verbiegen zu lassen und mich plötzlich für Autos und Uhren zu interessieren, weil ich sonst nichts mehr zu reden habe mit meinen Kollegen. Wobei ich dieses Phänomen nicht ausschliesslich auf ein männliches Umfeld reduzieren möchte.



Pretty Woman Coach: Wenn Sie für einen Tag deutsche Bundeskanzlerin sein könnten: welche Frauen-Themen würden Sie auf die Agenda setzten?

Saskia-Marjanna Schulz: Für mich steht nach wie vor an erster Stelle das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Kindern. In meinem beruflichen Umfeld löst eine 40jährige, die "noch" schwanger wird, immer noch Irritationen bis hin zu Unbill bei ihren männlichen Chefs aus. Ich wünsche mir an dieser Stelle Verständnis von der ersten Minute an. An zweiter Stelle würde ich auf die Agenda setzen: Wie können wir Frauen unser Leben noch selbstbewusster und selbstverständlicher leben und so allen Menschen um uns ein Vorbild sein?

Saskia-Marjanna Schulz ist deutsch-niederländischer Herkunft. Nach ihrem Studium der Chemie und Mikrobiologie sammelte sie Berufserfahrung in diversen Ländern Europas im verschiedenen Sales- und Marketingpositionen. Heute lebt und arbeitet sie in Zürich als Communications Managerin im Bereich Healthcare. Sie berichtet regelmässig aus der Schweiz für die Zeitung "Die Hochbegabung".

Lilli Cremer-Altgeld sprach für Pretty Woman Coach mit Saskia-Marjanna Schulz.


Donnerstag, 4. März 2010

Kann man erfolgreich sein - auch bei wirklich widrigen Umständen?


Photo: Saskia-Marjanna Schulz



Frage: Kann man erfolgreich sein - auch bei wirklich widrigen Umständen?

 

Antwort: Ja. Das ist möglich. Ein guter Beweis dafür ist die Olympia-Teilnehmerin Tenley Albright. Gehen wir ganz einfach gedanklich zurück in das Jahr 1956: Olympische Winterspiele in Cortina d'Ampezzo in Italien. Die Eiskunstkunstläuferin stürzt beim Training so schwer, dass sie ins Krankenbett muss und nicht mehr trainieren kann und darf. Ihr wird nicht erlaubt, an den Wettkampfvorbereitungen teilzunehmen. Sie müsse sich schonen und erst einmal gesund werden - so der ärztliche Rat.
Jeder normale Mensch wäre jetzt nach Hause gefahren. Jeder normale Mensch hätte sich gefragt: will ich meine Gesundheit weiter aufs Spiel setzen? Aber das waren keine Gedanken von Tenley Albright aus Massachusetts. Die Zwanzigjährige dachte nicht darüber nach, was sie nicht tun konnte. Sie dachte an das, was ihr auf dem Krankenbett noch möglich war zu tun. Aber: was war das schon?


Sie konnte immer noch denken. Und immer noch visualisieren. Und so stellte sie sich immer wieder und immer wieder vor ihrem inneren Auge vor, wie ihre Revue ablaufen sollte. Sie prägte sich also den Bewegungsablauf der Kür ganz genau ein.
Vergebliche Liebesmüh würde jeder klar denkende Mensch sagen.


Aber Tenley liess sich nicht beeinflussen. Sie erinnerte sich: Die Coaches hatten den Sportlern beigebracht ihre Gedankenkraft zu nutzen, um die beste Leistung zu erzielen. Die Coaches behielten Recht - gegen jeglichen gesunden Menschenverstand. Und so wurde Tenley Albright die erste US-Amerikanerin, die bei Olympischen Spielen im Eiskunstlauf die Goldmedaille gewann!

Jahre später sagte Tenley: "Obwohl ich mit dem verletzten Knöchel noch wenige Tage vor Beginn der Spiele nicht einmal richtig auftreten konnte, hatte ich irgendwie das Gefühl, gut in Form zu sein. Inzwischen weiss ich, dass es an den Visualisierungsübungen lag, die ja inzwischen zum Trainingsprogramm der Eisläuferinnen gehören. Damals waren wir hinsichtlich der mentalen Vorbereitung auf reines Erfahrungslernen angewiesen, mussten also durch Versuch und Irrtum den richtigen Weg für uns selbst finden."
Diese und andere Erfolgsmethoden aus dem USOC - dem Nationalen Olympische Komitee der Vereinigten Staaten - habe ich von internationalen Spitzensportlern und Olympia-Coaches in mein Programm integriert.

Mittwoch, 3. März 2010

Sie wollen ent-deckt werden

Photo: Saskia-Marjanna Schulz

Auch die Boote am Zürich-See warten schon auf das Frühjahr - warten auf ihre Ent-Deckung. Und freuen sich auf die neue Saison.

Wie bekommt man Anerkennung?

Photo: Saskia-Marjanna Schulz

Manche Menschen leben noch ‚unter dem Tisch im Keller Ihres eigenen Schlosses’ – so die Metapher eines Berliner Psychologen. Immer wieder treffen Ärzte, Coaches und Therapeuten auf Menschen, die nicht wissen wo
Ihre Talente schlummern.


Erfolgreiche sprechen schon mal von ihrer kristallklaren Sicht auf ihre Begabungen und was sie getan haben, um diese auch leben. Die anderen warten nicht selten ganz heimlich auf die Erlösung und auf den modernen Prinzen oder die Prinzessin. Manche haben die Hoffnung schon aufgegeben.

Coaches erleben in ihrer täglichen Praxis immer wieder, dass Frauen und Männer aller Milieus unterhalb ihrer Möglichkeiten leben. Vor allem Frauen fahren mit “angezogener Handbremse” durch ihr Leben. Wen wundert es, wenn sie unzufrieden sind? Es sind oft starke Frauen, die immer wieder ihre Stärken verbergen und ihr wahres Licht unter den Scheffel stellen. Es gibt viele Gründe, wieso sie dies tun. Fast unbemerkt haben sich gesellschaftlich typische weibliche Denk- und Handlungsmuster in ihr Wesen eingeschlichen. Muster, die sie in ihrer freien Entfaltung hemmen.

Die Psychologin Ursula Nuber spricht von zehn typisch weiblichen Barrieren, deren hemmendes Wirken vielen Frauen gar nicht bewusst ist:
1. Schlechtes Gewissen
2. Falsche Bescheidenheit
3. Schönheitskult
4. Harmoniesucht
5. Überzogene Selbstkritik
6. Perfektionszwang
7. Zu große Empfindlichkeit
8. (Übertriebene) Selbstzweifel
9. Schamgefühle
10.(Klein-)Mädchenverhalten.

Aber auch Männer in besseren beruflichen Positionen leben oft unterhalb ihrer Begabungsgrenze. Warum?

Liegen diesen Verinnerlichungen nicht Sätze zugrunde wie etwa: „Ich bin nicht wichtig.“ Oder: „Ich nehme mich nicht wirklich wichtig.“ Und daraus folgend: „Ich habe nichts Gutes verdient.“ Frauen wie Männer haben Sätze aus ihrer Kindheit bis heute verinnerlicht wie zum Beispiel: „Nimm dich nicht so wichtig. Erst mal die anderen. Schuster bleib bei deinen Leisten. Du musst nicht immer an dich denken. Wir sind eben nur kleine Leute.“ Manche Menschen würden diese Selbsthypnose gerne ablegen, wenn sie nur wüssten: wie?

Es gibt viele Methoden, dies zu tun. Eine Möglichkeit könnte sein: Selbstcoaching. Einfach mal einen freien Tag – zum Beispiel am Wochenende – einlegen und über sich selbst nachdenken. Ein Tages-Seminar mit sich selbst machen. Das Ziel: herausfinden was man/frau besonders gut kann. Was wirklich (!) Freude macht. Mal überlegen: Was mögen meine Freund/innen und Freunde gerne an mir? Mit welchen Worten werde ich oft - oder zumindest hin und wieder - gelobt. Was schätzen Chefs und Kolleg/innen, was meine Lehrer/innen? Und dann die Frage stellen: Werden diese Talente gelebt oder kümmern sie so vor sich hin?

Zur Vorbereitung auf das Tagesseminar mit sich selbst, kann man/frau Freund/innen und gute Bekannte anmailen, mit der Bitte, die genannten Fragen
zu beantworten. Alle anderen fragt man mal beiläufig im Gespräch. Aufschreiben und auf dem Tagesseminar mit sich selbst analysieren. Herausfinden, was einen selbst auszeichnet. In der Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Danach ein eigenes „Fazit“ und „Handlungsempfehlungen an sich selbst“ schreiben.

Es wird Mühe machen - aber die Arbeit lohnt sich. Wer sich selbst wert schätzt, wird Menschen finden, die dies auch tun. Wer am Ball bleibt, sein Augenmerk und seine Arbeit auf seine Ziele richtet, wird erfolgreich sein. Anerkennung folgt dann automatisch.

Willkommen im Schlosspark!
Lilli Cremer-Altgeld

Wie knackt man den Pessimismus-Code?

Photo: Saskia-Marjanna Schulz


Pessimisten küsst man nicht – das sind die Forschungsergebnisse von Martin Seligman, Professor für Psychologie an der University of Pennsylvania/USA klar und deutlich auf den Punkt gebracht. Aber, was unterscheidet einen Optimisten von einem Pessimisten? Seligman nennt vor allem drei Faktoren:

Die Dauerhaftigkeit. Denn Pessimisten glauben, dass unangenehme Ereignisse von Dauer sind. Optimistische Menschen jedoch halten diese Geschehnisse und die damit verbundenen Ursachen für eine Zeiterscheinung. Also für vorübergehend.

Der Geltungsbereich. Pessimisten generalisieren zumeist, wenn sie Miss-Erfolge und Fehlschläge erleben. Optimisten halten den einen oder anderen Miss-Erfolg für ein einmalige Erlebnis. Sie glauben nicht, dass man dieses Erlebnis verallgemeinern kann.

Die Personalisierung. Pessimisten geben schon fast automatisch sich selbst die Schuld, wenn es nicht so klappt wie gewünscht. Pessimistische Menschen haben zumeist ein eher schwaches Selbstwertgefühl und wenig Selbstsicherheit. Optimisten sind häufig mit einem starken Selbstbewusstsein ausgestattet. Sie sehen die Ursachen für Miss-Erfolge eher bei anderen Menschen oder den Umständen des Lebens.

Nun kommt die gute Nachricht: Optimismus kann man - frau - lernen.

Von dieser Lern-Prämisse geht auch Susan Vaughan aus. Sie ist Dozentin für Psychiatrie an der Columbia University und Harvard-absolventin. In ihrem Bestseller "Pessimisten befördert man nicht" erklärt sie: "Optimismus entsteht aus dem inneren Prozess der Stimmungsregulation, und der lässt sich wie andere Prozesse auch durch Übung und ein paar Zaubertricks meistern."

Das Problem: Menschen mit einer Pessimismus-Tendenz können einen positiven inneren Zustand nicht aufrechterhalten! Ihr Selbstbild ist überwiegend negativ. Deshalb erwarten Pessimisten auch negative Ergebnisse. Sie können kaum die Kontrolle über ihre Gefühle entwickeln.

Eine Lösung: Üben Sie mit einem Coach. Ein Coach ist zumeist mit einer solchen Problematik vertraut und kennt die Methoden, wie man langsam aber sicher die Entwicklung vom Pessimismus zum Optimismus erreichen kann. Einen Optimismus mit realistischem Fundament. Man kann lernen, wie ein Optimist zu denken – damit verändert sich das Bild von sich und der Umwelt.

Fazit: Optimismus kann man lernen. Das Küssen kommt dann von alleine.
Lilli Cremer-Altgeld