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Donnerstag, 20. Mai 2010

Ein Hauch von Jessica Watson

Helene Voigt


Die Kölner Kauffrau Helene Voigt wird zusammen mit ihrem Mann, Ralf Voigt, im Juli 2010 von Köln aus eine Grenzerfahrung der besonderen Art erleben: eine Elefanten-Motorrad-Tour entlang der deutschen Grenze. Gestartet wird in Köln, dann geht es nach Aachen und im Uhrzeigersinn rund 5000 Kilometer entlang der deutschen Grenzen. Zehn Bundesländer und sieben Dreiländerecke werden die „Botschafter Kölns“ in etwas mehr als drei Wochen erleben. Und Geld sammeln für die Deutsche Krebshilfe.

Im Gespräch mit PrettyWomanCoach spricht die Sozia über Erfolge, benachteiligte Kids und Schutzengel.

PrettyWomanCoach: Die Welt jubelte als die 16-jährige Jessica Watson kürzlich nach sieben Monaten Weltumseglung in Australien wieder an Land gegangen ist. Ihnen steht bereits nach wenigen Tagen ‚Grenzerfahrung 2010’ ein „kleiner Jubel“ bevor: In Niedersachsen werden Sie – und wird Ihr Partner, Ralf Voigt, - von 300 Motorradfahrern empfangen. Wie geht es Ihnen, wenn Sie an diese Begeisterung für Ihre Mission denken?

Helene Voigt: Es ist wunderbar, dass so viele Menschen unsere Tour mit Begeisterung erleben wollen und daran teilhaben möchten – sei es als Mitfahrer für eine kurze Strecke, als Gastgeber für eine Übernachtung oder eben auch als Premiumsponsor wie das Hilton-Hotel in Bonn. Jeder Beitrag trägt dazu bei, unser Projektziel, nämlich viel Geld für soziale Einrichtungen zu sammeln, erreichen zu können.

PrettyWomanCoach: Noch vor rund einem halben Jahr führten Sie ein eher beschauliches Leben mit den ganz alltäglichen Geflogenheiten – hier und da gewürzt mit ein paar Abenteuerreisen. Inzwischen haben die Medien reichlich über Sie berichtet. Bekannte Stars, wie der Ex-Fussball-Weltmeister Wolfgang Overath, senden Ihnen ebenso eine Grussbotschaft wie der Ministerpräsident Ihres Heimatlandes Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Rüttgers. Was hat sich für Sie vor allem geändert, seit Sie und Ihr Partner mit der Grenzerfahrung 2010 so bekannt geworden sind?

Helene Voigt: Offengestanden: Nix hat sich dadurch für mich persönlich verändert. Und das ist auch nicht schlecht so. Wir suchen die Publicity nicht, um selbst im Rampenlicht zu stehen, sondern nur, um Unterstützung für unsere Projekte zu bekommen. Es ist ungewohnt, Autogramme zu schreiben – und, ehrlich gesagt: Es wird gewiß auch wieder schön sein, wenn alles vorbei ist.

PrettyWomanCoach: Sie haben jetzt viele Presse- und Politik-Termine, besuchen Kinderheime, arbeiten an den Plänen für das Geldsammeln ‚Deutsche Krebshilfe’ – da wird die private Zeit sehr knapp. Wie sieht Ihr Zeitmanagement aus - wie schaffen Sie das alles?

Helene Voigt: Zeit ist Geld, so sagt man. Im Moment haben wir eben noch nicht so viel Geld für die Krebshilfe; im Moment ist unser Beitrag die Zeit, die wir beide aber gerne opfern. Meinem Job muss ich natürlich noch nachgehen und darüber hinaus legen wir alle Termine so, dass sie nach Möglichkeit in unsere Freizeit fallen – die damit natürlich dann auf der Strecke bleiben muss.

PrettyWomanCoach: Auf was müssen Sie jetzt verzichten? Schlaf? Hobbies? Sozialkontakte?

Helene Voigt: Jetzt stehen erst mal meine übrigen Hobbys, aber auch die Sozialkontakte hinten an. Auf Schlaf muß ich jetzt noch nicht verzichten.

PrettyWomanCoach: Man kennt die „Angst des Torwarts vorm Elfmeter“ – vor was fürchten Sie sich, wenn Sie an Ihre Mammuttour denken: 5000 Kilometer in rund drei Wochen?

Helene Voigt: Wenn ich mich persönlich vor den 5000 KM fürchten würde, würde ich nicht mitfahren. Ich habe keine Angst, es nicht zu schaffen. Das Unwägbare ist die Technik – hält das Motorrad ohne Panne? Das können wir, trotz bestmöglicher Vorbereitung eben nicht kalkulieren.

PrettyWomanCoach: Und bei welchen Gedanken - die Tour betreffend - steigt grosse Vorfreude in Ihnen hoch?

Helene Voigt: Mit meinem Partner diese Reise gemeinsam zu erleben. Und last but not least natürlich die Zieleinfahrt am 24. Juli im „Haus Waldfrieden“ in Schuld an der Ahr…

PrettyWomanCoach: Dass Freude ansteckend sein kann, haben Sie kürzlich erfahren, als Sie das Kinderheim Anna Stiftung e.V., Köln besucht haben. Gemeinsam mit Ihrem Partner, Ralf Voigt, haben Sie den Kids und Jugendlichen den Zauber Deutschlands näher gebracht – und gezeigt, dass es möglich ist, seine Ziele zu erreichen, wenn man hart arbeitet und am Ball bleibt. Welches waren Ihre eindruckvollsten Momente mit dem Kölner Nachwuchs?

Helene Voigt: Es waren die leuchtenden Kinderaugen, aber auch die Fragen die die Kleinen hatten. Ein kleiner Junge hatte zuerst sehr großen Respekt vor unseren Helmen und dem Motorrad. Als er sah wie begeistert die anderen Kinder waren, stellte er sich an und wollte den Helm mal probieren, dann traute er sich aufs Motorrad. Dreimal stellte er sich an und meinte dann Ralf könnte doch mal schneller fahren. Das war ein sehr eindrucksvoller Moment.

PrettyWomanCoach: Was erwarten Sie von Ihrem Schutzengel – ausser, dass er gut auf Sie Acht gibt?

Helene Voigt: Mein Schutzengel hat bei mir immer allerhand zu tun, er weiß, glaube ich, sehr gut, was zu tun ist.

PrettyWomanCoach: Kreativ wie Sie sind – welches sind Ihre Pläne für das nächste Jahr?

Helene Voigt: Jetzt ist erst einmal unsere Motorradreise vorrangig. Über das nächste Jahr mache ich mir zur Zeit noch keine Gedanken.

Herzlichen Dank.

Das Interview mit Helene Voigt führte Lilli Cremer-Altgeld für PrettyWomanCoach.

Kontakt:
twitter.com/grenzerfahrung
http://www.grenzerfahrung-2010.de/



Samstag, 8. Mai 2010

Blumen für alle Frauen!

Photo: Saskia-Marjanna Schulz

Lore Lay

Zu Bacharach am Rheine
Wohnt’ eine Zauberin,
Sie war so schön und feine
Und riß viel Herzen hin.

Und brachte viel zu Schanden
Der Männer ringsumher,
Aus ihren Liebesbanden
War keine Rettung mehr.

Der Bischof ließ sie laden
Vor geistliche Gewalt –
Und mußte sie begnaden,
So schön war ihr’ Gestalt.

Er sprach zu ihr gerühret:
„Du arme Lore Lay!
Wer hat dich denn verführet
Zu böser Zauberei“

„Herr Bischof, laßt mich sterben!
Ich bin des Lebens müd,
Weil jeder muß verderben,
Der meine Augen sieht.

Die Augen sind zwei Flammen,
Mein Arm ein Zauberstab –
O schickt mich in die Flammen!
O brechet mir den Stab!“

„Ich kann dich nicht verdammen,
Bis du mir erst bekennt,
Warum in deinen Flammen
Mein eignes Herz schon brennt.

Den Stab kann ich nicht brechen
Du schöne Lore Lay!
Ich müßte dann zerbrechen
Mein eigen Herz entzwei.“

„Herr Bischof, mit mir Armen
Treibt nicht so bösen Spott,
Und bittet um Erbarmen,
Für mich den lieben Gott!

Ich darf nicht länger leben,
Ich lieb kein Leben mehr –
Den Tod sollt Ihr mir geben,
Drum kam ich zu Euch her! –

Mein Schatz hat mich betrogen,
Hat sich von mir gewandt,
Ist fort von hier gezogen,
Fort in ein fremdes Land.

Die Augen sanft und wilde,
Die Wangen rot und weiß,
Die Worte still und milde,
Die sind mein Zauberkreis.

Ich selbst muß drin verderben,
Das Herz tut mir so weh –
Vor Jammern möcht’ ich sterben,
Wenn ich zum Spiegel seh’.

Drum laßt mein Recht mich finden,
Mich sterben wie ein Christ,
Denn alles muß verschwinden,
Weil er mir treulos ist."

Drei Ritter läßt er holen:
„Bringt sie ins Kloster hin!
Geh, Lore! – Gott befohlen
Sei dein berückter Sinn!

Du sollst ein Nönnchen werden,
Ein Nönnchen schwarz und weiß,
Bereite dich auf Erden
Zum Tod mit Gottes Preis´“

Zum Kloster sie nun ritten,
Die Ritter alle drei,
Und traurig in der Mitten
Die schöne Lore Lay.

„O Ritter, laßt mich gehen
Auf diesen Felsen groß,
Ich will noch einmal sehen
Nach meines Lieben Schloß.

Ich will noch einmal sehen
Wohl in den tiefen Rhein,
Und dann ins Kloster gehen
Und Gottes Jungfrau sein.“

Der Felsen ist so jähe,
So steil ist seine Wand,
Sie klimmen in die Höhe,
Da tritt sie an den Rand.

Die Jungfrau sprach: „Da gehet
Ein Schifflein auf dem Rhein –
Der in dem Schifflein stehet,
Der soll mein Liebster sein!

Mein Herz wird mir so munter,
Er muß mein Liebster sein!“ –
Da lehnt sie sich hinunter
Und stürzet in den Rhein.

Es fuhr mit Kreuz und Fahne
Das Schifflein an das Land,
Der Bischof saß im Kahne,
Sie hat ihn wohl erkannt.

Daß er das Schwert gelassen,
Dem Zauber zu entgehn,
Daß er zum Kreuz tät fassen,
Das konnt sie nicht verstehn.

Wer hat dies Lied gesungen?
Ein Priester auf dem Rhein,
Und immer hat's geklungen
Vom hohen Felsenstein

Lore Lay!
Lore Lay!
Lore Lay!

Als wären es meiner drei!

Clemens Brentano

Würde der Frauen

Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand.
Ewig aus der Wahrheit Schranken
Schweift des Mannes wilde Kraft;
Unstet treiben die Gedanken
Auf dem Meer der Leidenschaft;
Gierig greift er in die Ferne,
Nimmer wird sein Herz gestillt;
Rastlos durch entlegne Sterne
Jagt er seines Traumes Bild.

Aber mit zauberisch fesselndem Blicke
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidener Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der frommen Natur.

Feindlich ist des Mannes Streben,
Mit zermalmender Gewalt
Geht der wilde durch das Leben,
Ohne Rast und Aufenthalt.
Was er schuf, zerstört er wieder,
Nimmer ruht der Wünsche Streit,
Nimmer, wie das Haupt der Hyder
Ewig fällt und sich erneut.

Aber zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mitliebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher, als er, in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.

Streng und stolz, sich selbst genügend.
Kennt des Mannes kalte Brust,
Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
Nicht der Liebe Götterlust,
Kennet nicht den Tausch der Seelen,
Nicht in Thränen schmilzt er hin;
Selbst des Lebens Kämpfe stählen
Härter seinen harten Sinn.

Aber wie leise vom Zephyr erschüttert,
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Frau.
Zärtlich geängstigt vom Bilde der Qualen
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Thau.

In der Männer Herrschgebiete
Gilt der Stärke trotzig Recht;

In der Welt verfälschtem Spiegel
Sieht er seinen Schatten nur.
Offen liegen ihm die Schätze
Der Vernunft, der Phantasie;
Nur das Bild auf seinem Netze,
Nur das Nahe kennt er nie.

Aber die Bilder, die ungewiß wanken
Dort auf der Flut der bewegten Gedanken
In des Mannes verdüstertem Blick,
Klar und getreu in dem sanfteren Weibe
Zeigt sich der Seele kristallene Scheibe,
Wirft sie der ruhige Spiegel zurück.

Mit dem Schwert beweist der Scythe,
Und der Perser wird zum Knecht.
Es befehden sich im Grimme
Die Begierden wild und roh,
Und der Eris rauhe Stimme
Waltet, wo die Charis floh.

Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Scepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht.3

Aber für Ewigkeiten entschieden
Ist in dem Weibe der Leidenschaft Frieden;
Der Nothwendigkeit heilige Macht
Hütet der Züchtigkeit köstliche Blüthe,
Hütet im Busen des Weibes die Güte,
Die der Wille nur treulos bewacht.

Aus der Unschuld Schooß gerissen,
Klimmt zum Ideal der Mann
Durch ein ewig streitend Wissen,


Wo sein Herz nicht ruhen kann,
Schwankt mit ungewißem Schritte,

Zwischen Glück und Recht getheilt,
Und verliert die schöne Mitte,
Wo die Menschheit fröhlich weilt.

Aber in kindlich unschuldiger Hülle
Birgt sich der hohe, geläuterte Wille
In des Weibes verklärter Gestalt.
Aus der bezauberten Einfalt der Züge
Leuchtet der Menschheit Vollendung und Wiege,
Herrschet des Kindes, des Engels Gewalt.

Frierich Schiller

Lieder der Mädchen

Jetzt sind sie alle schon selber Frauen.
Haben Kinder und Träume verloren,
und Kinder geboren
und Kinder geboren,

und sie wissen: in diesen Toren
werden wir alle in Gram ergrauen.

Alles ihre hat Raum im Haus.
Nur das Avemarialäuten
hat ihren Herzen noch ein Bedeuten,
und kommen sie müd heraus.


Wenn die Wege zu wachsen beginnen,
kühl aus der blassen Campagna zieht's:
sie sich wie eines alten Lieds...


Rainer Maria Rilke