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Montag, 17. Juni 2013

Ilona Bürgel: "Jetzt denk ich wirklich nur an mich"

Ilona Bürgel


„Gönnen Sie sich ein gutes Leben wie eine gute Schokolade“ sagt Dipl. Psych. Dr. Ilona Bürgel. Ihr Herz schlägt für zwei Dinge ganz besonders: Sie ist beigeistert von der Positiven Psychologie und liebt Schokolade. Daraus entstanden ist ihr Konzept SCHOKOLOGIE. 

Die Expertin für körperliches und geistiges Wohlbefinden möchte Menschen ermutigen, besser für sich zu sorgen und häufiger an sich selbst zu denken. Haben Sie heute schon an sich gedacht? 











Dr. Ilona Bürgel
Hauptstraße 9
01097 Dresden
Tel. 0351/8106680
Mobil 0170/2753199

Donnerstag, 7. März 2013

Weltfrauentag – warum bekommen wir keine Blumen?


Annette Poggel


Ein Tag für die Frauen – das gab es schon im alten Rom. Die Römerinnen wurden mit Blumen und Schmuck verwöhnt. Selbst Sklavinnen erhielten Aufmerksamkeiten und freie Stunden.


Zeitsprung. Und von Rom nach New York.


New York: Am 8. März 1857 gingen Arbeiterinnen auf die Strasse und protestierten gegen schlechte Arbeitsbedingungen.


Zeitsprung. Und von New York nach Kopenhagen.


Kopenhagen: Die deutsche Frauenrechtlerin Klara Zetkin empfiehlt 1910 auf einer Frauenkonferenz: Wählen wir den 08. März! Für den Kampf der Frauen! Für Gleichberechtigung.


Seit 1977 wird der Internationale Frauentag jährlich als offizieller UN-Feiertag begangen. Dabei geht es um an den Kampf für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Frauen.


In einigen Ländern ist der 08. März ein Feiertag, wie etwa in Guinea-Bissau, in der Ukraine, in Vietnam, in Burkina Faso, in Russland.


Je nach der Politik und Kultur des Landes hat der Tag unterschiedliche Prägungen. In Russland ist er eine Art „Valentinstag nur für Frauen“. 98 Prozent der russischen Männer – so eine Umfrage – haben vor, ihre Frauen mit einem Präsent zu überraschen: Blumen, Parfum, Kosmetik. Dazu gehört auch, für die Frauen zu kochen oder sie zum Essen einzuladen. Feiertag eben.


Und wie sieht so ein Weltfrauentag in Deutschland aus?


Wie ein ganz normaler Arbeitstag.


Wie ein ganz normaler Arbeitstag im 21. Jahrhundert. In den letzten 100 Jahren hat sich für die Frauen wesentliches verbessert: Aktives und passives Wahlrecht, das im Grundgesetz verbürgte Recht: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“, Mutterschutzgesetz, Aktionsplan der Bundesregierung zur „Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen", Frauen bekleiden bzw. bekleideten höchste Ämter in der Politik (Ministerin, Bundestagspräsidentin, Bundeskanzlerin).


Aber noch immer ist viel zu tun: Nicht nur die Sexismus-Debatte in diesem Winter zeigt, dass da noch ein Stück Arbeit vor uns liegt, sondern auch auf anderen Feldern wie etwa in den Bereichen „Lohndiskriminierung“ und  „Vereinbarunsproblematik“. Auch die nur zögerliche Entwicklung der Männer bei pflegerischen und erzieherischen Aufgaben macht es den Frauen weiterhin schwer.


Lilli Cremer-Altgeld hat sich einmal dort umgesehen, wo auf Frauen täglich und nächtlich die besonders harte Arbeit wartet: in Krankenhäusern. Speziell: in der Notaufnahme.
                                            

Hier ist das Interview mit Annette Poggel vom Universitätsklinikum Aachen.


Lilli Cremer-Altgeld
08. März 2013. Weltfrauentag. Was erwartet Sie da?

Annette Poggel
Leider keine Geschenke...ich habe an diesem Tag bzw. in der Nacht davor Dienst in der Notaufnahme, und werde somit vormittags schlafen und nachmittags ganz gewöhnliche Dinge tun wie joggen, einkaufen etc. .


Lilli Cremer-Altgeld
Ist das für Sie ein besonderer Tag – oder ein Tag wie jeder andere?

Annette Poggel
Eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere, allerdings ist seit meinen politisch aktiven Jahren ( 1979-1985) der 08.03. fest in meinem Kopf abgespeichert, und ich nehme diesen Tag als Frauentag wahr und mache andere Frauen ( und auch Männer) darauf aufmerksam.


Lilli Cremer-Altgeld
Haben Sie schon mal mit Ihrer Mutter und Ihren Grossmüttern darüber gesprochen wie das Leben für die Frauen früher gewesen ist? An was erinnern Sie sich da besonders? Was war Ihrer Meinung nach gut? Was nicht?

Annette Poggel
Leider sind sowohl meine Mutter wie auch die Großmütter schon vor vielen Jahren verstorben, und große Gespräche über Themen wie diese wurden bei uns nicht geführt. Trotzdem habe ich schon mitbekommen, dass die Situation besonders meiner Mutter keine leichte war. Sie hatte 2  Kinder zu versorgen, eine Bäckerei incl. Lebensmittelgschäft zu managen  und musste  darüber hinaus noch meinen kranken Großvater pflegen und hatte außerdem noch ihren Schwager mit im Haus wohnen, für den sie wie für den gesamten Rest der Familie kochen, waschen, putzen musste. Und das alles für so gut wie keine Anerkennung! Außerdem war meine Mutter mehr unfreiwillig in dieser Situation geraten, weil ihre erste Schwangerschaft dazu führte, dass sie heiraten 'musste', was zu dieser Zeit (Anfang 60er Jahre) ja noch üblich war. Zumindest auf dem Land.
Gut an dieser Situation fand ich eigentlich für meine Mutter nichts, für uns Kinder war es sicher ganz angenehm, dass das Geschäft mit im Wohnhaus war, und unsere Mutter somit für uns immer verfügbar war.

  
Lilli Cremer-Altgeld
Was haben Sie definitiv anders gemacht als Ihre (Gross-)Mütter?

Annette Poggel
Alles! Schon während meiner Pubertät habe ich erkannt, dass ein Leben wie meine Eltern es führen für mich keine Option ist. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, frei und selbstbestimmt  über mein Leben zu entscheiden, auch wenn meine Eltern meine Vorstellungen und Ideen nicht immer geteilt haben. Sie haben mich nie in eine berufliche Richtung gedrängt oder mich unter  Leistungsdruck gesetzt. Ich weiß, dass sie es immer gerne gesehen hätten, wenn ich meinen Lebensmittelpunkt in der dörflichen  Umgebung meiner Heimat belassen hätte, und den klassischen Weg einer Ehefrau und Mutter eingeschlagen hätte.


Lilli Cremer-Altgeld
Und was haben Sie von ihnen übernommen?

Annette Poggel
Werte!
Meine Eltern haben immer darauf geachtet, dass wir ethische und moralische Grundsätze achten. Ich denke, dies haben sie nicht bewußt getan, sondern einfach dadurch, dass sie uns vorgelebt haben, wie das geht.


Lilli Cremer-Altgeld
Wenn Sie sich die Welt so ansehen wie sie ist – was müsste da besonders für Frauen verbessert bzw. abgeschafft werden? An welche Länder denken Sie da vor allem?


Annette Poggel
Oh, da liegt ja noch einiges im Argen! Durch meine vielen Reisen ins außereuropäische Ausland habe ich recht intensiv erfahren, wie es den Frauen z. B. in Nepal oder Indien oder Afrika ergeht. Abgeschafft werden muss jede Form von Unterdrückung, Gewalt, Diskreminierung und Ungleichheit. Manche meiner Begegnungen mit Frauen im Ausland waren wirklich erschütternd, so z.B. Frauen, die von ihren Eltern als Kinder ins Ausland zur Prostitution verkauft wurden, oder auch Frauen, die bei häuslichen Unfällen Verbrennungen erlitten haben, und wegen ihren Narben von den Verwandten und Ehemännern verstoßen bzw. geächtet  werden. Oder Frauen die in indischen Hospizen auf den Tod warten, weil sie als Witwen nichts wert sind und es keinen anderen Ort gibt, an dem sie Zuflucht finden. Gerade meine Erfahrungen in den sog. Drittländern habe mich erkennen lassen, auf welch  hohem Niveau ich und soviele meiner Mitmenschen jammern, und wie priviligiert ich alleine schon dadurch bin, dass ich in Deutschland geboren wurde. Aber auch bei meiner Arbeit in der Notaufnahme wird man immer wieder mit Fällen von häuslicher Gewalt konfrontiert, die mir zeigen, dass es auch hier immer noch Männer gibt, die meinen  es sei  legitim ist die eigene Frau zu verprügeln.
Besonders denke ich  natürlich auch an die muslimischen  Frauen, die sich nur komplett verhüllt der Außenwelt präsentiren dürfen, und denen zum großen Teil noch jegliche Bildung versagt wird.


Lilli Cremer-Altgeld
Und für Deutschland? Wo sehen Sie da Handlungsbedarf? Was würden Sie gerne für Frauen verbessert sehen?

Annette Poggel
Handlungsbedarf besteht immer noch im beruflichen Kontext. Wie soviele andere Frauen bin auch ich in einem helfenden Beruf tätig, der völlig unterbezahlt ist. Daraus ergeben sich dann so einige Konsequenzen, wie z.B. dass es finaziell gar nicht möglich ist, dass der Partner in Elternzeit geht, weil das Gehalt der Frau zur Unterhaltung der Familie nicht reichen würde. In dem  Krankenhaus in dem ich arbeite,  ist es auch immer noch so, dass die meisten Führungspositionen von Männern besetzt sind. Zwar habe ich im Laufe meiner beruflichen Laufbahn mitbekommen, dass sich die Anzahl an Ärztinnen in den letzten Jahren deutlich erhöht hat, aber die Klinikleitungen sind doch meist noch in Männerhand.
In meinem Beruf Arzthelferin, heute medizinische Fachangestellte genannt, gibt  immer noch so gut wie keine Männer, weil die Bezahlung einfach zu gering ist.


Lilli Cremer-Altgeld
Bitte stellen Sie sich einmal vor: Sie sind für einen Tag Bundesgesundheitsministerin! Was tun Sie für die Frauen?

Annette Poggel
Ich finde, dass wir hier in Deutschland schon ganz gute Konzepte haben, was z.B. die gesundheitliche Für- und Vorsorge angeht.
Was ich tun würde, ist z.B. die Möglichkeit schaffen, dass man die' Pille danach' (wie in den Niederlanden ) ohne Rezept und Arztbesuch bekommt.


Lilli Cremer-Altgeld
Ganz real: Wie können Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz einbringen? Was können Sie da für Frauen tun?

Annette Poggel
Nicht viel. An meinem Arbeitsplatz bin ich in meiner administrativen Tätigkeit ja eher als Einzelkämpferin unterwegs. Ich kann da höchsten etwas für die Patienten tun, aber da differenziere ich nicht zwischen Frauen und Männern.


Lilli Cremer-Altgeld
Und wie ist das mit Ihren Kolleginnen – und Kollegen – ist der Weltfrauentag ein Thema? Über was reden Sie? Was tun Sie?

Annette Poggel
Da ich nicht in einem klassischen Team arbeite, sondern meist alleine und meine Kolleginnen nur zu Übergabezeiten sehe, kann ich nicht sagen, was sie zum Weltfrauentag sagen, denken, oder tun.


Lilli Cremer-Altgeld
Ich danke Ihnen für das Interview. Und ich wünsche Ihnen für den Weltfrauentag russische Verhältnisse: feine Aufmerksamkeiten von Seiten der Männer, Blumen und eine Einladung zum Essen!


Annette Poggel ist Verwaltungsangestellte im Universitätsklinikum Aachen. Zu ihren Aufgaben gehört die administrative Erfassung von Notfallpatienten sowie die Zuordnung der fußläufigen Patienten in Fachabteilungen. Besonders wichtig sind ihr respektvoller Umgang miteinander. In ihrer Freizeit ist sie meist auf Reisen. Am liebsten mit dem Rad oder per pedes.

Sonntag, 10. Februar 2013

Hoffnung? Wie geht das?


Foto: Saskia-Marjanna Schulz


Liebe Menschen,

Hoffnung? Wie geht das? Das fragen wir uns vielleicht in Situationen, in denen es keine Hoffnung mehr geben kann. Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, eine Scheidung vollzogen ist oder die eigene Gesundheit vor dem Aus steht. Dann, wenn es keine Rettung mehr gibt – gibt es auch keine Hoffnung mehr. Zumindest nicht darauf, dass alles wieder gut wird.

Wenn das Leben noch weiter geht, dann kann es Hilfe geben. Hilfe, wie das Leben „ohne“ weitergehen kann. Das ist schmerzlich. Besonders schmerzlich, wenn keine Menschen da sind, die uns liebevoll begleiten und uns da auffangen wo wir Hilfe brauchen und annehmen können.

Manchmal helfen Gedanken und Erlebnisse anderer Menschen.



Ich habe erlebt, dass Menschen nach dem Lesen von Büchern (1) wieder zurück ins Leben gefunden haben.

Und ich habe erlebt, dass das „Ende“ nicht unbedingt das Ende sein muss. Ich erinnere mich noch wie heute, dass ich meinen Vater an einem wunderschönen Tag im Sommer in einer Klinik im Rheinland besuchte. Seit Jahren war er krank: drei Herzinfarkte. Bypässe. Unsere Familie besuchte ihn täglich. Heute nun war ich an der Reihe.

Kaum war ich auf der Krankenstation – da kam schon die Ärztin. „Ihr Vater hat nur noch ganz wenig Zeit zum Leben“, brach es regelrecht aus ihr heraus. Wie viel Zeit ist „ganz wenig Zeit“? „Es kann sein, dass er nicht mehr lebt, wenn wir in sein Zimmer kommen“, war die Antwort.  Wir gingen in sein Zimmer und ich sprach mit ihm. Er wirkte schlapp. Aber im Sterben liegend?

Ich hatte ein zweijähriges Forschungspraktikum an der Universität Köln in Medizin-Soziologie absolviert, in der Universitätsklinik Köln gearbeitet und im Malteserkrankenhaus eine medizinische Prüfung bestanden. Arztpraxen und Deutscher Ärzte-Verlag. Leben und Sterben waren mir nicht unbekannt.

Ich telefonierte mit einer Freundin. Stephanie Merges (2). Damals noch am Tegernsee mit ihrer Praxis. Und bat sie um Hilfe.

Als ich am nächsten Tag ins Krankenhaus kam, konnte ich meinen Vater nirgends finden. Sein Zimmer war leer. Niemand konnte oder wollte mir Auskunft geben. Mein Vater – tot? Ich konnte mir das so gar nicht vorstellen. Ich ging nach draussen. Ein paar Schritte frische Luft atmen.

Da kam er mir entgegen! Strahlend! Mit einem Eis in der Hand!

Mein Vater lebte noch rund sieben Jahre. Zumeist in guter Verfassung.

Mit dieser sehr persönlichen Erinnerung möchte ich Menschen daran erinnern, dass es oft noch andere Wege gibt als die bereits zuvor gedachten. Und ich möchte Sie einladen, einmal neu über Hoffnung nachzudenken. Mögen diese Impulse Ihnen Anregungen geben.

Herzlichst


Lilli Cremer-Altgeld

PS In meiner Kindheit faszinierte mich ein Drama von Goethe: Iphigenie auf Tauris. Mit Selbstbewusstsein, Echtheit und Liebe erreicht Iphigenie wahre Wunder.




Massendefekt

Westernhagen


Zeichen der Hoffnung


Johnny


Eddie Grant



Flashdance 


1    1 Zum Beispiel: „Schuchardt, Erika: Warum gerade ich...? - Leben lernen in Krisen - Fazit aus Lebensgeschichten eines Jahrhunderts. Göttingen, 2006 http://www.prof-schuchardt.de/aktuelles/veroeffentlichungen/subpages_warum/kurzinhalt.htm und http://www.amazon.de/gerade-ich-lernen-Krisen-Leiden/dp/3525623704

2     2 Psychosomatische Naturheilpraxis http://www.stephanie-merges.de/ganz_main.html