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Sonntag, 10. Februar 2013

Hoffnung? Wie geht das?


Foto: Saskia-Marjanna Schulz


Liebe Menschen,

Hoffnung? Wie geht das? Das fragen wir uns vielleicht in Situationen, in denen es keine Hoffnung mehr geben kann. Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, eine Scheidung vollzogen ist oder die eigene Gesundheit vor dem Aus steht. Dann, wenn es keine Rettung mehr gibt – gibt es auch keine Hoffnung mehr. Zumindest nicht darauf, dass alles wieder gut wird.

Wenn das Leben noch weiter geht, dann kann es Hilfe geben. Hilfe, wie das Leben „ohne“ weitergehen kann. Das ist schmerzlich. Besonders schmerzlich, wenn keine Menschen da sind, die uns liebevoll begleiten und uns da auffangen wo wir Hilfe brauchen und annehmen können.

Manchmal helfen Gedanken und Erlebnisse anderer Menschen.



Ich habe erlebt, dass Menschen nach dem Lesen von Büchern (1) wieder zurück ins Leben gefunden haben.

Und ich habe erlebt, dass das „Ende“ nicht unbedingt das Ende sein muss. Ich erinnere mich noch wie heute, dass ich meinen Vater an einem wunderschönen Tag im Sommer in einer Klinik im Rheinland besuchte. Seit Jahren war er krank: drei Herzinfarkte. Bypässe. Unsere Familie besuchte ihn täglich. Heute nun war ich an der Reihe.

Kaum war ich auf der Krankenstation – da kam schon die Ärztin. „Ihr Vater hat nur noch ganz wenig Zeit zum Leben“, brach es regelrecht aus ihr heraus. Wie viel Zeit ist „ganz wenig Zeit“? „Es kann sein, dass er nicht mehr lebt, wenn wir in sein Zimmer kommen“, war die Antwort.  Wir gingen in sein Zimmer und ich sprach mit ihm. Er wirkte schlapp. Aber im Sterben liegend?

Ich hatte ein zweijähriges Forschungspraktikum an der Universität Köln in Medizin-Soziologie absolviert, in der Universitätsklinik Köln gearbeitet und im Malteserkrankenhaus eine medizinische Prüfung bestanden. Arztpraxen und Deutscher Ärzte-Verlag. Leben und Sterben waren mir nicht unbekannt.

Ich telefonierte mit einer Freundin. Stephanie Merges (2). Damals noch am Tegernsee mit ihrer Praxis. Und bat sie um Hilfe.

Als ich am nächsten Tag ins Krankenhaus kam, konnte ich meinen Vater nirgends finden. Sein Zimmer war leer. Niemand konnte oder wollte mir Auskunft geben. Mein Vater – tot? Ich konnte mir das so gar nicht vorstellen. Ich ging nach draussen. Ein paar Schritte frische Luft atmen.

Da kam er mir entgegen! Strahlend! Mit einem Eis in der Hand!

Mein Vater lebte noch rund sieben Jahre. Zumeist in guter Verfassung.

Mit dieser sehr persönlichen Erinnerung möchte ich Menschen daran erinnern, dass es oft noch andere Wege gibt als die bereits zuvor gedachten. Und ich möchte Sie einladen, einmal neu über Hoffnung nachzudenken. Mögen diese Impulse Ihnen Anregungen geben.

Herzlichst


Lilli Cremer-Altgeld

PS In meiner Kindheit faszinierte mich ein Drama von Goethe: Iphigenie auf Tauris. Mit Selbstbewusstsein, Echtheit und Liebe erreicht Iphigenie wahre Wunder.




Massendefekt

Westernhagen


Zeichen der Hoffnung


Johnny


Eddie Grant



Flashdance 


1    1 Zum Beispiel: „Schuchardt, Erika: Warum gerade ich...? - Leben lernen in Krisen - Fazit aus Lebensgeschichten eines Jahrhunderts. Göttingen, 2006 http://www.prof-schuchardt.de/aktuelles/veroeffentlichungen/subpages_warum/kurzinhalt.htm und http://www.amazon.de/gerade-ich-lernen-Krisen-Leiden/dp/3525623704

2     2 Psychosomatische Naturheilpraxis http://www.stephanie-merges.de/ganz_main.html